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Siegener Zeitung vom 28.07.2009
Wohin gehst Du, CDU ?
Eberhard Friedrich und Wolfgang Nau haben mit Ihrer CDU die wichtigsten Punkte für die Zukunft festgelegt. Foto: howe |
Bad Berleburg Junge und altgediente Christdemokraten beendeten „Brainstorming" Ja zum Wisent, nein zur Verlagerung des JAG und eine Initiative für das Ehrenamt.
howe ♦Vor einigen Wochen setzte sich die Bad Berleburger CDU hin, um ihre Marschroute für die Zukunft festzulegen. Die Christdemokraten mobilisierten dafür auch junge Leute, die ihre Ideen einbrachten. „Ein Brainstorming" war das, wie Wolfgang Nau sagt. Jeder sollte darüber nachdenken, was ihm in Bad Berleburg nicht gefällt. Die Ergebnisse wurden zu Papier gebracht, ausgewertet und besprochen. „Zum wesentlichen Teil ist dann dieses Ergebnis dabei herausgekommen", weiß CDU-Fraktionsvorsitzender Eberhard Friedrich: Die Haushaltslage, da beißt die Maus keinen Faden ab, ist schlecht. „Ohne kommunale Finanzreform kommen wir aus diesem Sumpf nicht heraus." Darum müssten auch interne statt investive Leistungen hervorgehoben werden. Eine große Chance sieht die CDU im Industriepark Wittgenstein. Es sei gelungen, so Eberhard Friedrich, im Industriegebiet in Schameder nicht nur Umsiedlungen zu erreichen, sondern echte Zugänge zu präsentieren. „RWE fungiert als Signalgeber und wir hoffen dabei auch auf eine positive Entwicklung für Bad Berleburg", betont Wolfgang Nau.
Ganz oben auf der christdemokratischen Agenda steht die demografische Entwicklung mit all ihren Feinheiten. Es werde in den kommenden Jahren darauf ankommen, die Infrastruktur in den lebens- und liebenswerten Ortschaften erfolgreich weiter zu gestalten. Hierfür benötige man parteiübergreifend alle Ideen und Kräfte. Denn es gehe um die Zukunft der Kinder, Jugendlichen und Familien. Eberhard Friedrich erinnert sich etwa an das Vorhaben des 1999 ins Rennen gegangenen CDU-Bürgermeisterkandidaten Rolf Born. Der wollte mehr Bürgerservice vor Ort und eine mobile Stadtverwaltung. Ältere Menschen haben nicht alle Internet und können nicht selbst ins Rathaus kommen. Insofern wäre ein mobiler Service eine wichtige Sache. „Ech müss uff de Stadt" - soll verhindert werden. „Die Menschen sollen nicht Bittsteller sein, sondern bedient werden. Was Kinder, Jugend und Bildung anbetrifft, gibt es innerhalb der CDU weitgehende Überlegungen, die auf das ehrenamtliche Engagement abzielen - Modelle mit zusätzlichen Angeboten auf ehrenamtlicher Basis. Wolfgang Nau nennt als Beispiel eine Mutter eines Kindergartenkindes, die abends eine Tanzgruppe leitet. Dem Ehrenamt werde in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen. „Die Vollkasko-Mentalität wird nicht mehr laufen", sagt Eberhard Friedrich. Dass in der Richtung vieles in Bad Berleburg bereits angestoßen sei, zeige der Jugendförderverein, der inzwischen zu einem „positiven Selbstläufer" geworden sei - im Übrigen ein Modell, das sich Bernd Fuhrmann auf die Fahne schreiben dürfe.
Ausreichende Betreuungsplätze müssen vorgehalten werden, genauso wie ein hochwertiges Bildungsangebot für alle und eine zukunftsorientierte Ausbildung. Apropos Bildung: „Wir sind absolut gegen die Verlegung des Johannes-Althusius-Gymnasiums auf den Stöppel", so Wolfgang Nau. „Das ist doch hirnrissig, was brauchen wir da unten neue Ladenflächen?" Sicherung der Arbeitsplätze in Wittgenstein sei ein weiteres Thema. Die heimischen Unternehmen müssten durch eine mittelstandsfreundliche Kommunalverwaltung unterstützt werden, durch gemeinsames Leerstandsmanagement solle die zielgerichtete Vermarktung von leerstehendem Wohnraum und Gewerbeflächen entwickelt werden. Arbeitsplätze stärken die Landschaft und die Tourismusbranche. Beides bedingt sich. Wolfgang Nau: „Wir begrüßen ausdrücklich die Wisent-Ansiedlung." Im Übrigen trage Bad Berleburg dazu 50 000 Euro und nicht 250 000 Euro dazu bei. Und zu sagen, das Geld sei besser in Schulen zu investieren, sei unsinnig, weil es sich hier um einen völlig anderen Topf handele. Mit dem Wisent-Projekt komme Bad Berleburg ins Gespräch. Und das sei wichtig. Ähnlich verhält es sich mit dem Waldskulpturenweg. Der Erfolg gibt diesem touristischen Wanderweg recht.
Mit dem Tourismus einher geht die Verbesserung der Verkehrssituation. Sie ist dringend notwendig. „Das bestehende Straßenverkehrsnetz muss instandgesetzt und eine überregionale, leistungsstarke Verkehrsanbindung an Wirtschaftsstandorte geschaffen werden. Die öffentlichen Verbindungen mit Bus und Bahn müssen erhalten und durch ein Bürgerbus-System ergänzt werden", so Eberhard Friedrich. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der CDU auch die Stärkung des Gesundheitstandortes. „Es besteht ein vorbildliches Klima zwischen Kliniken, Ärzten und der Stadt." Der Gesundheitsausschuss sei eine sinnvolle Einrichtung, die noch ausgebaut werden solle.