Ausbau der L 553

l553 Zeitungsartikel über den Ausbau der L553 v. 28.06.2005

»Glückwunsch an Umweltfanatiker«

L553: Auer Ortsvorsteher Karsten Treude geht mit Ausbaugegnern hart ins Gericht

sz Aue. Zur aktuellen SZ-Berichterstattung über die Probleme mit dem Ausbau der maroden Landesstraße 553 zwischen Aue und Berghausen erreichte die Redaktion gestern eine Stellungnahme des Auer Ortsvorstehers und CDU-Stadtverordneten Karsten Treude. Nachdem er gemeinsam mit Uwe Weinhold die Unterschriftenlisten in Düsseldorf übergeben habe, »waren wir heilfroh, dass unser Antrag positiv entschieden wurde«. Mit Befremden verfolge er nun schon seit längerem die Berichterstattung über den Ausbau der L553: »Mir drängt sich immer mehr die Frage auf, ob bei den Personen, die ihren Widerstand auf den Ausbau dieses Teilstückes der L553 konzentrieren, noch alles senkrecht hängt.«

Die Bevölkerung müsse hier mit dieser maroden Straße leben, müsse sie täglich benutzen und fahre die Fahrzeuge darauf kaputt. Wenn man allerdings nur gelegentlich nach Wittgenstein komme, denke man vielleicht nur: Was haben die hier doch für schlechte Straßen. Das Thema Tourismus klammerte Karsten Treude sogar noch aus. Und weiter: »Alles was man an Leserbriefen zu diesem Thema liest, befasst sich entweder mit ein paar Maiglöckchen oder mit sonstigen schlimmen Eingriffen in die Natur.« Wenn man hier in Wittgenstein aus einem Fenster schaue, sehe man Natur, hier und da mal ein Haus, aber hauptsächlich Bäume. Der Auer Ortsvorsteher spart nicht mit Kritik: »Wissen die Leserbriefautoren - die vorwiegend aus dem südlichen Siegerland stammen - überhaupt, wie viele Maiglöckchen hier in Wittgenstein blühen - vorausgesetzt, es ist Mai?«

Apropos: Wenn man eine Autobahn direkt vor der Haustür habe, mache man sich auch keine Gedanken darüber, dass gewisse Einwohner aus dem fernen Wittgenstein mindestens eine geschlagene Stunde bis zu einer Autobahn fahren müssten, in welcher Himmelsrichtung das Ziel auch immer liege. Aber unter eine adäquate Verkehrsanbindung falle bei diesen Leuten anscheinend nur ein besserer Wildwechsel, wo man mit seinem Ochsengespann vor sich hin träumen könne.

»Wir wollen doch nur, dass die maroden Straßen endlich in Stand gesetzt werden.« Dies gelte aber nicht nur für das jetzt behandelte Teilstück, nahezu die gesamte Strecke der L553, die auf Wittgensteiner Boden verlaufe, befinde sich in ein und dem selben miserablen Zustand. Zurück zu den Maiglöckchen: Nach dem Krieg seien Kinder mit Handwagen just zu dieser Stelle geschickt worden, um ein paar Quadratmeter Maiglöckchen abzustechen. Diese seien dann in den heimischen Gärten angepflanzt worden. Nur ein kleiner Rest sei nicht mitgenommen worden, damit man im nächsten Jahr erneut Maiglöckchen holen konnte.

»Die Kinder von damals ärgern sich heute, dass sie nicht alle abgestochen haben.« Nun könne es sein, dass einer der bösen Felsen nichts besseres zu tun habe, als auf die Fahrbahn zu fallen. Das habe zur Folge, dass man die L553 aus Sicherheitsgründen komplett sperren müsse, da man diese Felsen nicht so einfach sichern und die Straße nicht ausbauen konnte. »Unsere Umweltfanatiker kann man dann nur beglückwünschen: Die Einwohner aus Aue/Wingeshausen müssen dann über Erndtebrück nach Bad Berleburg fahren. Der Transit- und Güterverkehr muss diese Umwege selbstverständlich ebenso lange in Kauf nehmen, bis eine umweltverträgliche Lösung gefunden ist«, ergänzt Karsten Treude.

Das entlaste hier zwar die Umwelt, allerdings blase man Abgase auf dem Umweg in die Luft. Dieser Umweg sei auch nur etwa doppelt so lang wie die einfache Strecke, also nicht weiter tragisch. Hierzu abschließend ein Zitat von Albert Einstein: »Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.«

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